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Stefan Honig


Freundlicher Mann, freundliche Musik und gelernter Kindergärtner: Stefan Hornig ist so etwas wie ein symphatisches Gesamtpaket. Als Sänger und Songwriter hat er ständig ein Aufnahmegerät dabei – um neue Ideen gleich festhalten zu können.

Immer schön entspannt, ob nun in Köln oder in Düsseldorf: Stefan Honig. (Bild: Seemann)
Köln - Stefan Honig, 31 Jahre alt, ist ein freundlicher Mann. Er redet freundlich, macht freundliche Musik und hat als gelernter Kindergärtner auch noch einen netten Beruf. Ein sympathisches Gesamtpaket sozusagen, und der Musiker ist stolz darauf, seine positive Grundeinstellung durch seine Songs an die Hörer weiterzugeben. Und siehe da: Dies gelingt dem gebürtigen Mönchengladbacher, der schon in Köln, Bonn und Düsseldorf gewohnt hat und mit seiner Gitarre fleißig das Rheinland bespielt. Derzeit lebt er in Düsseldorf, ist aber auch in der Kölner Musikszene höchst aktiv.

Stefan macht Singer-Songwriter-Musik der anspruchsvolleren, aber auch ruhigeren Art. Auf seiner schönen Homepage  www.honigsongs.de kann der Besucher in die Lieder des Debütalbums „Treehouse“ reinhören: Sehr melodisch und sehr ruhig, aber doch rhythmisch geht es bei dem Mann mit dem einprägsamen Nachnahmen zu. Die Lieder tönen unaufdringlich und harmonisch und sind trotzdem komplex und voller kleiner musikalischen Spielereien.
Bis Stefan Honig seinen Stil auf dem heutigen Niveau beherrschte, verging indes viel Zeit. Das Gitarrenspielen etwa brachte er sich autodidaktisch erst mit Anfang 20 bei, und noch heute ist Stefan der festen Ansicht, dass seine instrumentalen Fähigkeiten wesentlich unbedeutender sind als sein Gesang. Auch spielte der Musiker im Laufe der Jahre schon in zahlreichen weiteren Bands, und da waren, besonders in jugendlichen Jahren, auch solche der härteren Gangart dabei. Seine derzeitige Band, Benevolent, wird sich bald auflösen und spielt ein Abschlusskonzert am 16. Juli um 20 Uhr im Kölner Stadtgarten.
Nun geht es für Stefan erstmal solo weiter. Mit der neuen Selbstständigkeit will er auch kompromissloser werden und seine zweite, noch in diesem Jahr entstehende Platte noch minimalistischer gestalten: „Bei elektronischen Spielereien, wie ich sie früher geschätzt habe, gibt es die Tempospur, den regelmäßigen »Klick«, und darauf baut alles auf - aber manchmal klingt das tot. Wenn ich singe und dazu die Gitarre spiele, ist alles eher ein organischer, musikalischer Fluss“, so Stefan. So kommt es auch, dass er, im Gegensatz von vielen anderen Musikern, die instrumentalen und gesanglichen Parts seiner Lieder nicht getrennt entwirft. Stattdessen geht beides Hand in Hand und wird meist aus dem Moment geboren.
„Manchmal singe ich irgendwelche Quatschtexte mit meinen Kindern bei der Arbeit, oder ich jamme ein bisschen im Park zu meinem Spiel auf der Gitarre“, schildert Honig, „aber manchmal fallen mir auch kleine Gesangsbögen ein, die ich mir sofort merken muss. Weil ich keine Noten lesen kann, habe ich immer ein Aufnahmegerät dabei, sonst wird es schnell unübersichtlich. Musik beschäftigt mich eigentlich permanent. Ich mache seit mehr als 15 Jahren Musik, denke jeden Morgen daran, es wird nie langweilig. Alle meine Freunde sind Musiker, ich kaufe und höre ständig neue Musik. Außerdem liebe ich es, mit der Musik und der englischen Sprache zu spielen und immer etwas Neues auszuprobieren.“
Ergebnis dieser Hingabe sind Texte wie der des Songs „Brand New Bike“ aus dem Debütalbum: „And tonight I will take a ride on my brand new bike / passing houses while trying to guess what the hell's inside / weaving stories bout a world where I can't go in or out / I'm to look in while the windows streaming up“. Es geht um kindliche Neugier, Sehnsucht und das Erkunden des eigenen Ichs: „Wenn du so ruhige und nachdenkliche Musik machst, musst du die Fähigkeit zur Selbstreflexion haben und für verschiedene Emotionen zugänglich sein. Mir gibt diese Melancholie Kraft. Ich habe auch gelernt, dass ein Song nicht unbedingt eine konkrete Geschichte erzählen muss, es ist auch in Ordnung, wenn nur Gefühle und Stimmungen vermittelt werden. Der Film läuft dann im Kopf des Hörers ab.“
Dass Stefan Honig als Singer / Songwriter Teil einer Musikszene ist, die sich derzeit großer Beliebtheit bei vielen verschiedenen Bevölkerungsschichten erfreut, nimmt er gelassen wahr: „Das Schöne an dieser Musikrichtung ist, dass es keine Modegeschichte ist. Es gibt nicht die typische Singer / Songwriter-Frisur, es gibt nicht die typischen Singer / Songwriter-Schuhe. Ich glaube auch, wenn es die gäbe, wäre das der Moment, an dem ich aufhören würde.“
Für die Zukunst wünscht sich Stefan nicht den Weltruhm, sondern nur, sich stets weiterzuentwickeln, viel von der Welt zu sehen und zu erfahren und mit seiner Musik bleibenden Eindruck zu hinterlassen: „Neulich kam bei einem winzigen Konzert, bei dem nur 15 oder 20 Leute waren, nach meinem Auftritt ein Typ zu mir, der bestimmt 15 Jahre älter war als ich. Er meinte: „Das war einfach super.“ Genau darum geht es mir“, sagt der kreative Kindergärtner.


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