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The Intersphere

Eine Band, die drei Jahre nach ihrer Gründung schon zweimal bei Rock am Ring – immerhin Deutschlands größtes Festival – die
Massen begeistert hat, kann nicht allzu viel falsch gemacht haben. Und in der Tat: Die Geschichte von „The Intersphere“ klingt wie
ein modernes Rockmärchen. 2006 trafen die vier Mittzwanziger in einem Mannheimer Übungskeller aufeinander – und was dann
passierte, überraschte die Musiker von „The Intersphere“ wohl selber am meisten. „Eigentlich wollte ich damals nur ein paar meiner
Songs live umsetzen,“ erinnert sich Sänger Christoph Hessler. Doch schnell war allen Beteiligten klar, dass hier die gleichen Visionen
aufeinander trafen, sich Melodien und Grooves wie von selber zusammenfügten und sie immer wieder jene magischen Momente
erlebten, die große Rockmusik ausmachen. Schon mit ihrem Debütalbum "s.o.b.p." sorgten sie in der deutschen Musikszene für
Aufsehen, doch mit ihrem zweiten Album „interspheres >< atmospheres“ haben sie nun das geschat, worauf andere Bands ein
ganzes musikalisches Leben lang (vergeblich) warten: Ein Album, das den Zuhörer vom ersten bis zum letzten Takt in seinen Bann
zieht und auf eine akustische Entdeckungsreise schickt.


Geschickt bedienen sich „The Intersphere“ dabei im Fundus von 40 Jahren Rockgeschichte und schaffen es trotzdem auf wundersame Weise absolut originell und eigenständig zu klingen. Aufgenommen in den Horus Studios in Hannover unter der Regie von Produzent Fabio Trentini (Guano Apes, H-Blockx) haben Frontmann Hessler, Gitarrist Thomas Zipner, Sebastian Wagner (Bass) und Drummer Moritz Müller 12 Songs abgeliefert, mit denen sie sich konsequent und gekonnt zwischen alle Stühle hocken. Grandios vermischen sie Artrock mit Alternative, schmeißen Hallspiralen an, lassen psychedelisch angehauchte Gitarren schweben und klingen dabei jenseits von Hippieseligkeit so druckvoll und postrockmodern, dass vor dem geistigen Auge wie von selbst verschwitzte T-Shirts und tobende Massen in engen Clubs und auf sommerlichen Festivalwiesen auftauchen. Und wenn die Jungs in Wirklichkeit auch nur halb so cool sind, wie ihre Songs, dann werden sie auch mit den schon bald auf sie lauernden Vergleichen mit Bands wie Muse, Dredg oder Incubus souverän umzugehen wissen. Zumal „The Intersphere“ bei all den Experimenten nie vom Wesentlichen ablenken lassen: Jene Melodien zu fabrizieren, die sich mit jedem Mal hören ein wenig tiefer in das Bewusstsein
brennen. Kurzum: Ein Album, das so klingt, als hätten „Pink Floyd“ und „The Mars Volta“ bei der einen oder anderen lustigen Zigarette zusammen gesessen, über Konzeptalben und begnadete Drummer
diskutiert und am Ende der Nacht Rezepte für den perfekten Song ausgetauscht.
„Es ist Musik, die das hinhören erfordert – gerne auch mit Kopfhörern,“ gibt Christoph Hessler die Betriebsanleitung für die Reise in
die Zwischenwelt, die an vielen Stellen klingt, wie der Soundtrack für einen noch nicht gedrehten Film. Denn nicht nur musikalisch,
sondern auch mit ihren Texten entführen „The Intersphere“ den Zuhörer in fremde Sphären. „Mich haben schon immer Grenzbereiche
interessiert“, sagt Hessler. Und das drückt sich auch in den Lyrics aus: Immer wieder klingt die Zerrissenheit durch von einem,
der sich nicht zugehörig fühlt und mit dem genauen Blick des Außenstehenden die Dinge betrachtet. Und so trägt die Platte auch
die Züge eines klassischen Konzeptalbums, bei dem ein Song auf dem anderen aufbaut und sich mit dem Cover-Artwork zu einem
Gesamtkunstwerk verbindet.
Eine Textzeile wie „I have a place for you on google earth“ bringt das ganze irgendwie auf den Punkt: So könnte der Progressive-
Rock für die Generation Facebook klingen. Wobei nicht nur junge Hipsters bei den Gigs der Vier aus der Zwischenzeit im Publikum
versammelt sind. Auch der eine oder andere Rock-Oldie, der schon in den Siebzigern dabei war, ndet sich im Publikum, wenn „The
Intersphere“ eine ihrer energiegeladenen Clubshows spielen.
Denn auch wenn sie seit den „Rock am Ring“-Auftritten wissen, wie die ganz große Bühne sich anfühlt, freuen die vier Musiker sich
schon jetzt darauf mit den neuen Songs auf Clubtour zu gehen. „Wir haben bis jetzt jedes Jahr rund 70 Konzerte gespielt,“ erzählt
Christoph Hessler – „und wir hätten nichts dagegen, wenn das noch ein paar mehr würden.“ Und die zahlreichen Intersphere-Fans
würden sich da sicher auch nicht beschweren...


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